Olivenöl in der Küche richtig nutzen

Sicherlich jeder, der schon einmal Urlaub in mediterranen Gefilden gemacht hat, weiß, wie unglaublich authentisch ein Salat mit Olivenöl am Meer schmecken kann. Der gute Vorsatz ist oft schnell gefasst: selbstverständlich soll in Zukunft Zuhause mindestens genauso lecker gekocht werden. 

Damit dies jedoch gelingt, braucht es nicht nur die passenden Rezepte, sondern auch ein wenig Hintergrundwissen. Oder anders: nicht jede Olivenölsorte eignet sich auch für jedes Gericht. 

Die folgenden Tipps sorgen dafür, dass es möglicherweise einfacher wird als gedacht, sich ein wenig mediterrane Küche nach Hause zu holen. 

Tipp Nr. 1: Das richtige Olivenöl zum Braten verwenden

Spätestens beim Anbraten von Speisen zeigt sich, dass Olivenöl nicht gleich Olivenöl ist. Wer seine Speisen beispielsweise scharf anbraten möchte, kann sich für raffiniertes Olivenöl entscheiden (muss er aber nicht). Andere Ölsorten halten den vergleichsweise hohen Temperaturen hier nicht stand. 

Ähnliche „Grundregeln“ gelten mit Hinblick auf kaltgepresstes Öl. Dieses sollte nicht im Zusammenhang mit Temperaturen über 190°C eingesetzt werden. 

Salate und andere kalte Gerichte schmecken besonders gut, wenn sie mit nativem Olivenöl zubereitet werden. Hierin sind besonders viele Nährstoffe enthalten. 

Tipp Nr. 2: Immer auf den Rauchpunkt von Olivenöl achten!

Viele Hobbyköche geraten ein wenig in Panik, wenn sie sehen, dass das Öl in ihrer Pfanne – oft zusammen mit dem Steak – beginnt, zu rauchen. Die besagte Rauchentwicklung lässt sich vor allem darauf zurückführen, dass eben nicht jedes Öl dazu geeignet ist, besonders hoch erhitzt zu werden. Doch was bedeutet dies eigentlich genau? Die folgenden Punkte helfen weiter:

  1. Mit dieser „Eselsbrücke“ kann eigentlich nichts mehr schiefgehen: kaltgepresste Pflanzenöle sind ideal für kalte Speisen, zum Beispiel für die Verwendung in Salat geeignet. Zum Braten sollten sie allerdings nicht zum Einsatz kommen. Schon ab etwa 120°C können sie anfangen, Rauch zu entwickeln.  
  2. Wer sich auf der Suche nach einem Öl zum Braten befindet, sollte sich für raffiniertes Öl entscheiden. Diese Ölsorten sind deutlich hitzestabiler als die kaltgepressten Pflanzenöle und zeichnen sich zudem durch einen höheren Rauchpunkt aus. 
  3. Zum Braten bei Temperaturen bis etwa 190°C eignet sich hochwertiges Olivenöl besonders gut. Wichtig ist es hierbei jedoch in jedem Fall, diese Temperaturgrenze nicht zu überschreiten. 

Tipp Nr. 3: angebrochenes Öl richtig lagern

Um eine möglichst lange Haltbarkeit des Olivenöls zu gewährleisten, ist es wichtig, dieses richtig zu lagern. Die gute Nachricht in diesem Zusammenhang ist, dass sich dieses Vorhaben vergleichsweise leicht umsetzen lässt. 

So kann eine angebrochene Flasche wahlweise im, aber auch außerhalb des Kühlschranks aufbewahrt werden. Eine mögliche Nutzungsdauer von mehreren Monaten – bis hin zu einigen Jahren – ist hier keine Seltenheit. 

Wer sein Olivenöl dann im Rahmen der unterschiedlichsten Speisen einsetzen möchte, sollte dieses nur rechtzeitig aus dem Kühlschrank holen (sofern es dort aufbewahrt wurde) und auf Zimmertemperatur aufwärmen lassen. Auf diese Weise haben die enthaltenen Aromen die Möglichkeit, sich noch besser zu entfalten und zur Geltung zu kommen. Besagte Zimmertemperatur spielt vor allem dann eine wichtige Rolle, wenn das Öl in kalten Gerichten, wie zum Beispiel in einem Salat eingesetzt wird. 

Um möglichst lange vom Öl profitieren zu können, ist es selbstverständlich auch wichtig, die Flasche bei Nichtgebrauch immer gut verschlossen zu halten. 

Tipp Nr. 4: nicht zu viel Öl verwenden – die richtige Menge finden

Das Motto „Viel hilft viel!“ kann in Bezug auf Olivenöl bzw. Öl im Allgemeinen definitiv nicht angewendet werden. Denn: wer zu viel Öl verwendet, läuft schnell Gefahr, dass das betreffende Gericht – egal, ob heiß oder kalt – zu fettig in Erscheinung tritt. 

Daher ist es beim Ausprobieren neuer Rezepte immer wichtig, sich der entsprechenden Menge langsam zu nähern und gegebenenfalls zwischenzukosten. Hier hat jeder einen anderen Geschmack. 

Gastgeber, die besonders individuell vorgehen möchten, können ihren Gästen auch ein Kännchen mit Öl auf den Tisch stellen. Auf diese Weise kann sich jeder selbst bedienen und entscheiden, wie ölhaltig sein entsprechendes Gericht sein soll. 

Tipp Nr. 5: passende „Gegenspieler“ zum Öl finden

Je nach Ölsorte zeichnet sich die entsprechende Flüssigkeit durch einen mehr oder weniger markanten Eigengeschmack aus. Genau dieser Aspekt kann im Zusammenhang mit den unterschiedlichsten Gerichten und Zutaten genutzt werden! 

Wahlweise ist es sogar möglich, das Öl nicht zu einer Zutat unter vielen werden zu lassen, sondern es stattdessen zum Star der Vorspeise zu machen. 

Entsprechende Gerichte erfreuen sich unter anderem in vielen Regionen des Mittelmeers einer besonderen Beliebtheit. 

Wie wäre es zum Beispiel mit einer Schale mit Öl, etwas Weißbrot und Salz? Es gibt kaum eine authentischere Möglichkeit, einen Klassiker der Küche noch detailreicher zu huldigen. 

Wer möchte, kann sein verwendetes Öl auch noch etwas verfeinern, indem er auf besondere „Einlagen“, wie zum Beispiel kleine Chilischoten im Öl setzt. Die Flüssigkeit nimmt – nach einer gewissen Zeit – hier ein wenig den Geschmack dieses besonderen „Extras“ an und bietet ein noch charakteristischeres, kulinarisch interessantes Erlebnis. 

Tipp Nr. 6: hochwertiges Olivenöl verwenden

Öl ist nicht gleich Öl! Wer sich für dieses besondere Küchenextra interessiert und möglicherweise schon mehrere Olivenöle ausprobiert hat, weiß, dass diese sich in vielen Bereichen voneinander unterscheiden. 

Kenner bemerken oft schon am Geschmack, ob es sich beim betreffenden Produkt um ein hochwertiges oder ein minderwertiges Öl handelt. 

De facto gilt: gerade mit Hinblick auf den Geschmack und die Inhaltsstoffe lohnt es sich definitiv, in ein höherwertiges Produkt zu investieren. 

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Fazit: Kochen und Braten mit Olivenöl macht Spaß, will jedoch auch gelernt sein…

„Einfach ein wenig Öl hinzugeben… Fertig!“ – Stopp! Beim Kochen mit Öl sollten einige Faktoren beachtet werden. 

Neben dem entsprechenden Rauchpunkt ist es unter anderem auch wichtig, den individuellen Geschmack der einzelnen Ölsorten nicht außer Acht zu lassen. Wer dies berücksichtigt und es so schafft, die verschiedenen Lebensmittel immer wieder aufs Neue zu untermalen, kann – in kulinarischer Weise – das Maximum aus seinem Öl herausholen. 

Auf der Suche nach neuen Inspirationen hilft unter anderem auch immer wieder ein Blick in die mediterrane Art zu kochen weiter. Interessanterweise lieben es die Menschen hier, das Öl eben nicht nur als Beilage, sondern als „Hauptrolle“ in den unterschiedlichsten Gerichten zu präsentieren. Und genau dieser Punkt ist es oft auch, der dafür sorgt, dass so viele Urlauber mit einem „Also DAS muss ich irgendwann mal zuhause nachkochen!“ am Meer sitzen, während sie landestypische Speisen genießen. 

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Veröffentlicht von Enrico Braunschweig

Der Autor lebt und arbeitet in der Toskana. Täglich in alle Aspekte des Olivenanbaus und der Gewinnung von Olivo Dorato Premium Olivenöl involviert und unterstützt von weiteren Experten, gibt er hier fundiertes Wissen weiter.

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